Zwei Dinge, die uns bei VUGIS-Unfallauswertungen immer wieder auffallen:
1. Die Unfälle häufen sich nicht über lange Strecken, sondern an wenigen kurzen Abschnitten mit Verzweigungen oder Kreiseln.
2. Betroffen sind überproportional oft Kinder unter zehn und Seniorinnen und Senioren über 65, als Fussgänger:innen, auf dem Velo oder am Steuer.
Ein Thema muss dabei weiterhin die Fahrtauglichkeit im Alter bleiben. Die Sichtweiten in den VSS-Normen basieren gemäss Forschung auf einer Reaktionszeit von 2 Sekunden, einem statistischen Durchschnittswert, der nicht nach Altersgruppe unterscheidet. Wird sie im Einzelfall nicht eingehalten, entsteht ein Sicherheitsrisiko für alle. Das ist keine Polemik: Die vielen Unfälle mit älteren Menschen auf Fussgängerstreifen belegen das.
Daraus ergibt sich unseres Erachtens eine paradoxe Situation: Grosseltern wollen ihre Enkelkinder schützen, stellen selbst aber teilweise die grösste Gefahr für diese Altersgruppe im Strassenverkehr dar.
Wie mit dieser Herausforderung vor dem Hintergrund unserer liberalen Weltauffassung umzugehen ist, bleibt weiterhin ungeklärt.
Zwei Sekunden Reaktionszeit: realistisch oder utopisch?
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